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An dieser Stelle möchte ich Ihnen gern viele Erfahrungen und Tipps anbieten, die für Sie hoffentlich nützlich sind. Und dies gilt gleichmaßen wenn Sie bereits ein Klavier oder Flügel besitzen, ein Instrument suchen oder verkaufen wollen. Insbesondere Tipps und Erfahrungen die man beim Kauf eines gebrauchten Klaviers von Privat -zum Beispiel auch im Internet via Ebay- kennen sollte. Es lohnt also ein bißchen auf diesen Seiten zu stöbern - oder einfach zu fragen. Aber Bitte Beachten Sie: dass ich hier ausschließlich meine Meinungen und Erfahrungen kund tue - ohne Anspruch auf Vollständikeit und Richtigkeit und natürlich ohne Haftung für etwaige Folgen die sich aus der Befolgung dieser Aussagen ergeben! In jedem Fall empfehle ich Ihnen auch sachkundigen Rat von erfahrenen Experten in Ihrer Nähe einzuholen.


Ein Klavier - nur was für eines?

Gebraucht oder Neu? Hoch gebaut oder klein? Elektrisches Klavier oder akustisches Klavier? Welche Marke, welcher Hersteller? Welches Klangbild, singend oder klar? Welche Preislage - und wie hängt Preislage mit Qualität zusammen? Welche Qualität verbirgt sich hinter den vielen auch Deutsch klingenden Markennamen? Es stellen sich viele Fragen zu denen ich Ihnen hier gern einige Informationen anbieten mag.

Jährlich werden weltweit ca. 500.000 akustische Klaviere und Flügel hergestellt. Davon übrigens allein ca. 20% (über 70.000 Klaviere und 20.000 Flügel) vom Weltmarktführer Yamaha. Geschätzt werden von den 500.000 Instrumenten pro Jahr ca. über 80% in China und anderen Asiatischen Ländern gefertigt. In Deutschland werden jährlich ca. 12.000 Klaviere und 2000 Flügel gefertigt - wovon allerdings über die Hälfte ins Ausland gehen. Über die vielen Jahre gibt es in Europa einige Millionen Klaviere und Flügel, die immer mal wieder auf dem Gebrauchtmarkt unterwegs sind. Das sind sowohl die sehr zahlreichen Deutschen und Europäischen Fabrikate als auch inzwischen unzählige Instrumente aus Osteuropäischer, Asiatischer oder auch Amerikanischer Massenproduktion, die unter den verschiedensten Markennamen auftauchen.

Idealerweise erkunden Sie zunächst wofür Sie ein Klavier möchten. Das klingt ein wenig komisch, aber wichtige Fragen sind: Wer möchte in der Familie Klavier spielen? Was ist Ihnen wie wichtig beim Klavier (Aussehen, Klang, technischer Zustand, Marke, Preis, Folgekosten, etc.)? Sehr zu empfehlen ist, sich von verschiedenen Sachkundigen Klaviere zeigen und erklären zu lassen - denn dabei wird Ihnen sicher klarer, worauf es Ihnen eigentlich ankommt - und auch welche Klangfarbe Sie bevorzugen. Diese ist sehr unterschiedlich bei Klavieren unterschiedlicher Marke, Bauart und Alter - aber auch bei Instrumenten der gleichen Marke bzw. sogar des gleichen Modells. Denn der Zustand des Instrumentes als auch die Qualität der Intonation und Regulation sind sehr entscheidend für das Klangbild und das Spielverhalten. Das Spektrum der Klangbilder ist sehr unterschiedlich. Bis in die 1940iger Jahre war das Klangbild der Instrumente eher reicher und charakteristischer für die unterschiedlichen Hersteller. Mit der modernen Massenfertigung ist dieser charakteristische Klang leider etwas weniger geworden. Insgesamt sind die modernen Instrumente eher präziser geworden. Das manchmal fast hart wahrzunehmende Klangbild der Asiatischen Instrumente hat auch durch den Marktführer Yamaha eine breite Akzeptanz gefunden. Mit Blick auf die älteren Instrumente bis ca. 1940 würde ich für meine Ohren versuchen einzuordnen: Das Klangbild reicht von eher weichen, singenden und obertonreichen Klangbildern wie zum Beispiel bei Blüthner, Seiler und Schiedmayer Instrumenten über die eher klaren und ausgewogenen wie zum Beispiel bei Schimmel, Förster, Ibach Instrumenten zu den kräftigen, prägnanten und präzisen Klangbildern, die ich oft bei Grotrian, Steinway Instrumenten erlebe. Welches Klangbild Sie als angenehm empfinden ist sehr subjektiv und lohnt sich herauszufinden. Zudem ist die Art der gespielten Musik ein Kriterium für die Auswahl von Klangbild, Dynamik und Spielart eines Instrumentes.

Ein kleiner Exkurs zu Komponisten, Pianisten und Ihren Instrumenten. Oft wird vergessen, das viele der großen Komponisten auf frühen Klavieren und Flügeln ihre großen Werke komponiert und gespielt haben. Das folgende Schaubild gibt einen groben Überblick wann welche Hersteller ihre Zeit hatten und damit ihre Instrumente zum Einsatz kamen. Bach, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin haben nie einen Steinway, Blüthner oder Bechstein Instrument kennen gelernt. Auch Schumann kann Blüthner oder Bechstein Instrumente nur in seinen letzten drei Jahren kennen gelernt haben. Und dies wird in Filmen oft anders dargestellt. Es ist also bestimmt für viele interessant die Musik dieser Komponisten auf den Instrumenten zu hören, die damals verfügbar waren und von den Komponisten verwendet wurden. Es gibt Pianisten, die sich darauf spezialisiert - und interessante Aufnahmen veröffentlicht haben.




Gebraucht oder neu?

Eigentlich eine einfach zu beantwortende Frage. Vorteile bei einem neuen Klavier sind -wie bei einem Auto- die Garantie des Herstellers&Händlers, der makellose Zustand, die Möglichkeit das Design selbst zu bestimmen etc.. Nachteile sind ebenso wie beim Auto der sofortige Wertverlust von ~20-40% und auch der vergleichsweise hohe Kaufpreis gleich am Anfang, bevor man einschätzen kann ob Klavierspielen wirklich Anklang findet. Hinzu kommt, dass man üblicherweise mit ganz neuen und hochwertig erscheinenden Instrumenten übervorsichtig ist und ggf. die manchmal auch ungestüme Spielfreude bei Kindern mit den typischen Ermahnungen zur Vorsicht im Umgang mit dem Instrument bremst. Grundsätzlich würde ich aus wirtschaftlichen Gründen immer zum Kauf eines guten Gebrauchten Klaviers raten - am besten aus vertrauenswürdiger Quelle bei einem Händler oder in Begleitung eines Fachmanns aus guter privater Hand. Dabei gilt es aber umso mehr sich u.g. Tipps anzuschauen. Wenn man dies beachtet, kann man allerdings für relativ wenig Geld ein sehr schönes und qualitativ gutes Klavier deutlich unter den Neupreisen erwerben. Gerade für Anfänger und junge Familien macht sich das bezahlt. Sollten Sie sich dann doch wieder trennen müssen von dem Klavier, werden Sie -wenn überhaupt- kaum einen finanziellen Verlust erleiden.

Nach meiner Erfahrung sollten Sie aber auch nicht zu wenig am Anfang investieren, da sonst bei mangelnder Qualität des Klaviers die Spielfreude nicht recht aufkommen will. Man bekommt sehr schöne und gut spielbare Marken-Instrumente sicher zwischen 500€ - 1000€ auf dem Gebrauchtmarkt, Schnäppchen sogar darunter. Zwischen 1000€ und 2000€ finden Sie hochwertige und teilweise bereits überholte/renovierte Markeninstrumente. Im Vergleich müssen Sie für ein gutes neues Marken-Klavier mit Einstiegspreisen ab 4000€ rechnen. Die inzwischen zahllosen Angebote neuer Klaviere im Preisbereich von 1500Euro-3000Euro sind nach meiner Erfahrung nur bedingt zu empfehlen, da sich der niedrige Preis natürlich auch bei genauerer Betrachtung an mehreren Stellen nachteilig auswirkt. Dies sind natürlich alles nur Daumenwerte die einen Eindruck der Investitionsgrößen vermitteln sollen.

Nach diesen allgemeinen Gedanken hier weitere konkrete Fragestellungen rund um das Klavier.

Wie alt ist das Instrument?

Sie können das Alter meistens anhand der Instrumenten-Nummer überprüfen. Wenn Sie den oberen Deckel aufklappen, befindet sich diese Seriennummern in aller Regel auf der Gussplatte oder an der inneren Gehäuseseite. 

Den oberen Frontdeckel können Sie öffnen indem Sie die oberen Deckel aufklappen und dann an der Innenseite jeweils rechts und links die Arretierung lösen durch einfaches drehen der dort angebrachten Hölzchen. Danach können Sie den oberen Frontdeckel nach vorn abnehmen. Bei angebrachten Leuchtern achten Sie darauf dass diese beim abnehmen und aufstellen nicht gegen den Deckel schlagen und Kratzer verursachen.

Den unteren Deckel können Sie abnehmen indem Sie das entweder in der Mittel angebrachte Hölzchen nach oben biegen - oder die jeweils rechts und links befindlichen und drehbaren Hölzchen so stellen dass der Deckel frei nach vorn abnehmbar ist. Bei Transporten von Klavieren diesen unteren Deckel besser abnehmen oder besser sichern, da er gern sonst bei Erschütterungen abfällt und dann Kratzer erhält.

Hier einige Beispiele, wo die Seriennummer im Instrument zu finden ist. Manchmal ist die Seriennummer auch nur sehr versteckt zu finden - oder auch im Rahmen früherer Überholungen abgeschliffen worden. Dann kann man das Alter des Klaviers auch über die Seriennummer der Mechanik bestimmen. Ansonsten nur über Bauart oder weitere Details.

Hier sehen Sie die wesentlichen Begriffe der von aussen sichtbaren Teile am Klavier.

Und hier die wesentlichen Teile die bei einem Oberdämpferklavier (Dämpfung liegt oberhalb der Hämmer) zu sehen sind. Mit den Ziffern 1-5 sind die typischen Orte für Seriennummern angedeutet. Auf dieser Internetseite können Sie zu vielen Amerikanischen aber auch Europäischen Herstellern anhand der Seriennummer auch das Herstellungsdatum Ihres Instrumentes herausfinden. Ansonsten schauen Sie auch auf den Internetseiten der Hersteller da manche die Seriennummerlisten anbieten. Oder falls es diesen nicht mehr gibt - fragen Sie gern auch mich.

In den meisten Teilen gleich-bezeichnet - hier ein Beispiel für eine moderne Unterdämpfermechanik (Dämpfer liegen unterhalb der Hämmer).


Wie ist der Zustand der Mechanik?

Ist es eine Oberdämpfer- oder Unterdämpfermechanik? Grundsätzlich wurden nach ca. 1900 vorwiegend Unterdämpfermechniken gebaut, da diese im Anschlag und Dämpfungsverhalten deutlich besser sind. Nach meiner Erfahrung sind Ibach und Blüthner Oberdämpfer Klaviere aus der Zeit bis 1920 jedoch auch sehr gut zu spielen. Ist es eine Marken-Mechanik (Renner, Keller, Langer, etc.)? Ist die Mechanik im Originalzustand oder wurden bereits Überarbeitungen vorgenommen? Bei älteren und viel bespielten Instrumenten sind die Hämmerfilze mitunter stark abgespielt und haben tiefe Rillen oder sogar komplett die ursprüngliche Hammerform verloren (siehe Beispielphoto) und erzeugen keinen schönen Klang mehr. In solchen Fällen ist eine Überholung der Mechanik erforderlich. Ist die Mechanik reguliert oder ist der Anschlagspunkt und die Tastenlage sehr unterschiedlich? Ganz wichtig: Sind die Achsen ausgespielt - das erkennen Sie leicht daran wenn Sie (vorsichtig) mit einem Finger von links nach rechts über die Holzenden der Hämmer streichen und diese sich leicht aus Ihrer Position quer bewegen lassen. Ausgespielte Achsen sind sehr nachteilig für den Anschlag und können zu Nebengeräuschen führen. Alle diese Dinge können natürlich durch einen Klavierbauer repariert werden - aber man muss mit Kosten von 500€ - 1500€ für eine einfache Mechaniküberholung rechen.


Wie sieht die Tastatur aus?

Ist der Tastaturbelag aus vollständig originalem Elfenbein* (wurde vorwiegend bis 1900 verarbeitet) oder bereits stark verfärbt oder abgespielt? Wurde ein früher Kunststoff wie Elfenit, Argolit oder Clavoid (alles Markennamen damaliger Hersteller) verwendet der zumeist ausgetrocknet ist und Risse oder Ablösungen und starke Verfärbungen (siehe Beispielphoto) zeigt? Solche Tastaturen lassen sich kaum reinigen und müssen zumeist mit viel Stundeneinsatz neue Beläge erhalten. Ist es eine moderne Kunststofftastatur die ziemlich unverwüstbar ist? Wie liegen die Tasten? Wenn Sie aus Tastaturhöhe schaun, sollten alle Tasten in gleicher Linie und Höhe sein. Wenn die Tastatur zu ausgespielt ist wie oft bei bei älteren und viel gespielten Instrumenten zumeist im Mitteltonbereich müssen Sie mit nachteiligen Effekten im Anschlag rechnen. Ist eine Tastatur zu ausgespielt, muss sie neu befilzt (garniert) werden.

*Hierzu vielleicht ein Exkurs: Nur wenigen ist bekannt, dass in der Blütezeit des Klavierbaus um 1900 jährlich schätzungsweise über 50.000 Elefanten wegen des Elfenbeins für Klavier- und Flügeltastaturen erlegt wurden. Dies wurde in den 1910er Jahren in Europa zumindest verboten, dann tauchte das künstliche Elfenit erstmals auf. In den letzten Jahren wurde der Handel mit Elfenbein noch weiter eingeschränkt, so dass auch Elfenbein in verarbeiteter Form unter bestimmten Bedingungen darunter fällt. Ebenso variieren die Einfuhrbedingungen bestimmter Länder, so dass man hier darauf achten sollte, bevor man daran denkt, ein Klavier im Rahmen eines Umzuges mit in Ausland zu exportieren. Zum Thema Elefanten und Elfenbein auf Klaviaturen namhafter Hersteller hat ein Künstler in den USA ein sehr schönes aber auch sehr nachdenklich stimmendes Kunstwerk geschaffen. Dieses Bild als signierten Druck erhalten Sie bei mir.


Hat der Resonanzboden Risse?

Lassen Sie sich, insbesondere bei älteren Instrumenten, versichern, dass der Resonanzboden keine Risse hat. Risse führen dazu, dass die herstellerseitig vorgesehene Wölbung des Resonanzbodens und damit der Stegdruck nachlässt oder verschwindet.  Das Klangvolumen und die Klangreinheit verringert sich und es kann zu Geräuschen (Klirren, dumpfe Saiten etc.) kommen. Ältere Klaviere haben oft Risse im Resonanzboden und können trotzdem noch sehr schön klingen und gespielt werden. Jedoch muss man dies im Zeitwert des Instrumentes berücksichtigen. Durchrisse (man kann dann wirklich durch den Riss hindurchschauen) sind generell kritischer als sogenannte Haarrisse (verlaufen in der Maserung des Holzes und sind nicht durchgehend). Risse unter den Stegen sind grundsätzlich kritischer zu bewerten.

Haben die Stege Risse?

Auch Risse in den Stegen sind sehr kritische Schäden, vor allem quer-verlaufende Risse im Basssteg im Bereich der Stegnägel , da das Klavier dann meistens nicht mehr stimmbar ist und Nebengeräusche erzeugt. Auch an den hinter der Mechanik versteckten Stellen sollte man die Stege anschauen, da vor allem im Übergang vom Diskant an den Steg-Enden Risse auftreten.

Darüber hinaus gibt es viele weitere kritische Stellen im Klavier an denen Risse oder ähnliche Defekte dramatische Auswirkungen auf Stimmbarkeit und Klang -und damit den Wert- haben. Hier ein Beispiel für herausgerissene Agraffen bei einem sonst hochwertigen Ibach Klavier.


Waren oder sind Schädlinge im Klavier?

Im Wesentlichen sind drei Arten von Schädlingsbefall für ein Klavier kritisch, der Holzwurm, die Motte und Mäuse. Wenngleich früher sicher häufiger noch diese Schädlinge auftraten, so sind auch heute in den besten und gepflegtesten Haushalten unbemerkt of diese Schädlinge im Instrument. Grundsätzlich gilt - ein unbespieltes Klavier wird eher von Motten und Mäusen aufgesucht.

Hier ein Beispiel für das drastische Ausmaß von Holzwurmbefall - in diesem Falle sogar an der sonst eher verschonten Raste des Klaviers. In diesem Zustand wir ein Klavier kaum noch mit vertretbarem Aufwand wieder herzurichten sein. Bitte achten Sie also beim Kauf auch immer auf den Zustand des Holz-Korpus - hier können durch Holzwürmer schwere Substanzschäden verborgen sein. Wenn Sie an irgendeiner Stelle Holzwurmspuren entdecken, untersuchen Sie das Instrument bitte besonders gründlich, da sich die Holzwümer dann meistens an weiteren Stellen vor allem den Weichhölzern gewidmet haben. Ob der Wurm noch aktiv ist, läßt sich nicht immer nur an frischem Bohrstaub ausmachen. In jedem Fall muss so ein Instrument in seiner Statik bewertet werden, ggf. zu schadhaftes Holz erneuert - und insgesamt das Instrument gegen Holzwurm geschützt werden. 

Da die Filze an Hämmern, Dämpfern und Filzleisten etc. aus Naturhaar gemacht sind - und ein Klavier manchmal (leider) unbespielt dasteht, bevorzugen Mäuse dieses Refugium. Hier ein übles Beispiel sowohl für das Instrument als auch für den Besitzer - ein Mäusenest mit zwei verendeten Tieren darin. Zuvor haben die Tiere aber noch erhebliche Schäden an Mechanikfilzen, Tastatur- und Tastaturbodenhölzern hinterlassen. Auch der Mäuseurin richtet im empfindlichen Instrument großen Schaden an. Es lohnt daher also -wenn keine eifrige Katze im Haus ist- andere geeignete Maßnahmen gegen die Nager zur Werterhaltung des Instrumentes zu ergreifen.

Die dritte Plage sind Motten. Auch diese Tiere lieben die Filze und nisten sich oft unbemerkt im Klavier ein. Auch hier sind unbespielte Klaviere eher in Gefahr. Oft werden Motten mit alten Teppichen oder Kleidungsstücken eingeschleppt. Oder eben auch mit dem Klavier. Achten Sie also beim Kauf sehr genau auf die Mechanik - meistens sieht man die Mottenspuren und Verpuppungsreste schon an den Hämmern - manchmal aber auch erst nach Auseinanderbau des Instrumentes an versteckteren Stellen.

Nicht selten findet man in alten Klavieren diese Mottensäcke, Lavendel oder Ähnliches. Wenn das Klavier potentiell von Motten bedroht ist, sollte man handelsübliche Mittel geeignet zur Vorbeugung einsetzen. Ein von Motten befallenes Klavier kann nur vom Klavierbauer aufwendig wieder instand gesetzt werden. Hierbei müssen in der Regel alle Filze erneuert werden.

Daher noch einmal meine Empfehlung: Es lohnt sich definitiv auf dem Gebrauchtmarkt nach Klavieren zu schauen - aber nehmen Sie im Zweifelsfall besser immer einen Fachmann mit bzw. lassen Sie sich über Distanz immer Photos schicken und bestimmte Fragen beantworten. Gern unterstütze ich Sie auch in Absprache bei der Suche. Melden Sie sich dazu gern bei mir.


Wie verhält es sich mit der Stimmung?

Ein wichtiger Punkt aus Kostensicht (da Sie statt einer Stimmung pro Jahr dann ggf. 2-3 haben werden) aber auch wenn es darum geht ein Instrument für den Klavierunterricht und / oder das Zusammenspiel mit anderen Instrumenten zu ermöglichen. Erkundigen Sie sich wann das Instrument zuletzt gestimmt wurde, wie regelmäßig es gestimmt wurde und in welcher Tonhöhe. Der Klavierstimmer hat sicher auch Aussagen zur Stimmhaltung getroffen nach denen Sie sich erkundigen sollten. Lassen Sie sich bestätigen dass der Stimmstock keine Risse hat. Hierbei muss man unterscheiden zwischen sichtbaren Rissen im oft vorhandenen Deckholz und manchmal nicht oberflächlich sichtbaren Rissen im eigentlichen Stimmstock.


Hier ein Beispiel für einen gut sichtbaren und durchgängigen Riss im Bassbereich eines Stimmstocks. Die Stimmnägel haben keinen festen Sitz mehr und können die Saitenspannung nicht halten. Im solchen Fällen ist eine Stimmung ohne umfangreiche Reparaturen nicht möglich. Die Erneuerung des Stimmstocks ist grundsätzlich immer möglich - jedoch verbunden mit größeren Investitionen. Weitere Details zur Stimmung finden Sie weiter unten.


Noch kritischer ist ein Riss im Gusseisenrahmen zu bewerten. Wenngleich Spannungsrisse bei älteren Instrumenten nicht selten schon bei der Montage auftraten, sollte der Gusseisenrahmen, der eine wichtige Rolle für die Statik des Instrumentes bildet, frei von Beschädigungen sein. Hier ein Beispiel für einen Riss im Gusseisenrahmen eines Klaviers aus der Zeit um 1930. Oft entstehen diese Risse an den Schwachpunkten der Gusseisenrahmen an Übergängen oder Ecken. Potentielle Ursachen für solche Risse können unsachgemäße Transporte, falsches Vorgehen bei der Stimmung oder auch Materialschwächen sein. Schauen Sie sich daher ein Klavier immer genau an und achten dabei insbesondere auf den Zustand des Rahmens. Reparaturen sind möglich, jedoch sehr aufwendig. 


Wie steht es mit Klavieren aus dem z.B. asiatischen Raum?

Klaviere aus dem asiatischen oder osteuropäischen Bereich sind nicht notwendigerweise schlechter als namhafte Deutsche Instrumente - es gibt auch dort sehr gute, gute aber leider auch viele weniger gute Instrumente. Weniger gute bis sogar schlechte Instrumente gibt es aber auch in anderen Teieln Europas oder aus Amerika. Bei Klavieren die aus eher tropischen Ländern stammen und nicht direkt aus dem Werk importiert wurden, muss man ggf. die deutlichen Luftfeuchtigkeits-unterschiede und eventuelle Auswirkungen auf Substanzteile berücksichtigen. Sie werden sehr viele Klaviere vor allem aus den späten 1960er bis 1980er Jahren mit Deutschen oder Europäischen Namen finden, die trotzdem aus dem asiatischen Raum stammen und nichts mehr mit der Ursprungsqualität des damaligen Herstellers zu tun haben müssen. Im Zweifelsfall ziehen Sie einen Experten vor dem Kauf hinzu.


Kann man Klaviere aus dem Internet kaufen?

Nach meiner Erfahrung kann man im Internet sehr gute Instrumente zu fairen Preisen bekommen. Jedoch ist das Risiko hier höher, da Sie in der Regel vom Laien kaufen der potentielle Defekte nicht erkennen kann - und der Kauf aus der Distanz schwer rück-abzuwickeln ist. Schwarze Schafe gibt es zum Glück wenige - aber auch hier muss man einige Grundregeln vor dem Kauf berücksichtigen. Wenn das Klavier von privat stammt und Sie keine Gelegenheit haben sich das Klavier mit einem Fachmann selbst anzuschauen oder eine Einschätzung eines Fachmanns vor Ort vorliegt (fragen Sie ob Sie mit dem bisherigen Klavierstimmer telefonieren können), rate ich eher vom Kauf ab. Mindestens jedoch sollten Sie eine Reihe von Fragen an den Verkäufer stellen und sich Bilder vom Klavierinnenleben schicken lassen. Trotz des nach neuem BGH Urteil bestehenden Rechts der kostenlosen Rückgabe binnen 14Tagen bzw. einem Monat bei Händlern sollten Sie sich den Stress nicht antun. Der Kauf bei Händlern -wenn denn im Internet- ist in dem Falle eher anzuraten da hier andere Garantiebedingungen gelten.


Was sollte man beim Klaviertransport bedenken?

Üblicherweise gehört ein Klavier auf Grund seines enormen Gewichts (~170-300kg) eher zu den „immobilien“ Gegenständen. Trotzdem zeigt die Erfahrung dass ein Klavier im Haus als auch bei Umzügen durchaus mal bewegt werden muss. Wenn irgend möglich lassen Sie dies eine Fachfirma oder zumindest erfahrene Träger machen. Vor allem da bei Transportlaien sehr schnell sehr schwerwiegende Gesundheitsschäden passieren können. Natürlich kann auch das Klavier Schaden nehmen – häufiger noch aber entstehen Schäden an Boden oder Wänden. Wenn Sie ein Klavier selbst bewegen wollen, nehmen Sie immer einen Rollwagen (gibt es z.B. im Baumarkt – bitte Traglast beachten!). Ein Klavier hat an der Rückseite fast immer Griffe zum besseren Anfassen. Heben Sie das Klavier zu zweit hoch und lassen Sie von einer Dritten Person den Rollwagen mittig drunterschieben. Halten Sie das Klavier auch auf dem Rollwagen immer fest oder bessern noch befestigen Sie es mit Zurrgurt am Wagen. Kinder und besser auch Erwachsene sollten sich nie in Umfalldistanz des Klaviers aufhalten. Im Zweifelsfall bei Umfallen des Klaviers immer das Klavier "opfern" statt Personenschäden zu riskieren. Man kann das Klavier auch gut nur an einer Seite aufheben und dann den Rollwagen drunterschieben – aber achten Sie hierbei zur Schonung des Bodens und wegen Wegrutschgefahr auf eine Unterlage für die zwei Stahlrollen die Bodenkontakt halten.

Wenn Sie das Klavier über Stockwerke bewegen müssen, empfehle ich immer einen Fachspediteur – die Gefahr eines Unfalls ist für Laien schlicht zu groß. Ohne Spezialgurte und entsprechende Erfahrung ist es zu gefährlich. Hier sehen Sie ein Beispiel für ein wertvolles Erbstück welches bei dem unprofessionellen Versuch es über den Balkon abzuseilen abgestürzt ist.

Wenn Sie ein Klavier weiter tranportieren müssen z.B. in einem Anhänger oder Transporter/LKW denken Sie an guten Schutz des Klaviers vor Schrammen und Temperaturschwankungen/Feuchtigkeit durch Decken etc. – und noch wichtiger: sichern Sie das Klavier durch geeignete Gurte mindestens doppelt ab. Bei unvorhergesehenen Bremsmanövern oder gar Unfällen werden diese Instrumente sonst zu lebensgefährlichen Geschossen.

Bei Flügeltransporten gelten die gleichen Überlegungen wie beim Klaviertransport. Wenngleich hier grundsätzlich zu raten ist, einen Flügel nur durch eine Fachspedition transportieren zu lassen. Man benötigt Spezialmaterial wie Flügeldecke, Flügelschlitten etc. und viel Erfahrung sowie mind. drei Personen. Dann wir der Flügel gekonnt umgelegt und auf der Seite mit dem Flügelschlitten auf einem Rollwagen bewegt. Über Treppen sollte der Flügel getragen werden (und nicht geschoben), um Beschädigungen zu vermeiden. Oft erlaubt ein Treppenhaus oder zu enger Hauseingang ein Herauftragen nicht - dann muss der Kran ran. Manchmal ist es auch preiswerter mit einem Kran - als komplexe Trageaktionen zu versuchen.


Welcher Standort empfiehlt sich für das Instrument?

Ein Klavier sollte dort stehen wo es am häufigsten und besten bespielt werden kann weil es dann am meisten Freude bereiten wird. Erfahrungsgemäß kann ein ungünstiger Standort im Haus dazu führen, dass die Motivation für das Klavierspiel zu kurz kommt. Ein Klavier für die Kinder macht z.B. im Kinderzimmer oder Flur am meisten Sinn.  Achten Sie bitte darauf dass es an dem ausgewählten Standort gerade (z.B. Wasserwage benutzen) steht - denn wenn ein Klavier schief steht, kann sich der Rahmen auf Dauer verziehen. Wenn der Boden uneben ist, gleichen Sie mit Unterlegelementen aus. Schonen Sie Ihren Boden indem Sie Untersetzer z.B. aus Kunststoff, Holz oder Glas verwenden – diese erhalten Sie in jedem Klavierladen – oder auch bei mir. Bei Parkett und Laminatböden sollten diese Untersetzer zusätzlich Filzscheiben als Schutz haben. Falls Sie kurzfristig keine Untersetzer zur Hand haben, funktionieren auch Teppich- oder doppelt gelegte Kartonstücke. Das Klavier sollte möglichst nicht direkt am oder vor einem Heizkörper und/oder Fenster stehen. Falls es nicht anders geht, sollte der Heizbetrieb dieser Heizung reduziert werden – und ein Fenster ggf. durch eine Lichthemmende Gardine abgehängt werden. Direkte Sonneneinstrahlung kann wiederum zu Substanzschäden am Holz führen – und wird sicher ungleichmäßige Ausbleichungen in der Oberfläche bewirken.


Was braucht ein Klavier für ein Raumklima?

Ein Klavier kann in jedem normal temperierten (Wohn)Raum stehen. Wichtig ist zu beachten dass die Luftfeuchtigkeit nicht unter 45% (Achtung in Heizperioden) und nicht über 70% betragen sollte, im Idealfall zwischen 50% und 60%. Günstig für Ihr Klavier ist ein Raum, der recht gleichmäßig temperiert ist, da starke Temperaturschwankungen und damit einhergehende Luftfeuchtigkeitsschwankungen nicht gut für das Klavier sind denn Holz und Filz sind anfällig. Beides kann sich in schlechterer Stimmhaltung und ggf. Schäden an Substanzteilen bemerkbar machen. Besser ist ein Stellplatz an einer Innenwand, da hier die Temperaturschwankungen üblicherweise geringer sind – bei neueren und damit normalerweise besser gedämmten Häusern ist das aber weniger ein Thema. Wenn unter dem Klavier eine Fußbodenheizung ist, gilt die sorgsame Einhaltung der o.g. Luftfeuchtigkeitswerte umso mehr. Bei starker Nutzung der Fußbodenheizung ist einem Austrocknen des Klaviers durch ggf. eine zusätzliche Luftbefeuchtung zu begegnen. Denken Sie daran dass grundsätzlich bei Instrumenten und vor allem bei neuen und neuwertigen Instrumenten unsachgemäße Standortbedingungen zu Verlust von Garantieansprüchen bei etwaigen Schäden führen kann.


Wie steht es mit der Klavier-Stimmung und -Regulierung?

Wie gut ein Klavier einen Transport und einhergehende Raumklimaveränderungen verkraftet, ist vor allem von Qualität und Alter bzw. Erhaltungsgrad des Instruments abhängig. Ebenso gilt es herauszufinden, welche Tonhöhe für die Stimmung Ihres Instrumentes sinnvoll ist. Noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, waren sehr unterschiedliche Stimmhöhen zu finden. Das lag daran, dass die Instrumentenbauer unterschiedliche Konstruktionen und Vorgaben machten - aber auch daran, dass die Qualität der Stimmgabeln für das a1 noch Unterschiede von über 10Hz aufwiesen. Schon 1834 wurde auf der Versammlung deutscher Naturforscher und Arzte das a1 mit 440Schwingungen pro Sekunde einheitlich vorgeschlagen. 1858 wurde durch die Pariser Akademie das Diapason normal -der so genannte Kammerton a1- auf 435HZ festgelegt. Die Tonhöhe (440 Hz = Kammerton a1) wurde erst 1939 auf einer internationalen Stimmtonkonferenz festgelegt. Die sogenannte Pariser Stimmung von 409Hz wurde um 1900 oft als Referenz genutzt, so auch oft bei frühen Blüthner Instrumenten auf dem Stimmstock zu finden. Klaviere und Flügel aus der Zeit um 1910 wurden meistens bei 410-435Hz gestimmt - diese sollten auch heutzutage nicht höher gestimmt werden, da diese mitunter nicht für 440Hz gebaut sind. Bei neuen Klavieren wird heutezutage eher höher gestimmt, bei 442-444Hz, insbesondere wenn das Instrument zur Gesangs- und Chorbegleitung eingesetzt wird. Vorausgesetzt der Transport wurde professionell durchgeführt (Klavier in Transportdecke geschützt, keine starken Klimaschwankungen, kein Verkanten oder starkes absetzen etc) empfiehlt es sich das Klavier mind. 2Wochen nach dem Transport akklimatisieren zu lassen. Dann läßt es sich stabiler regulieren und die Stimmung hält auch besser. Bei deutlicher Raumklimaänderung zwischen bisherigem Aufstellort und neuem Aufstellort muss man mitunter mit mehrfachem Stimmen im ersten Jahr rechnen.

Eine Klavierstimmung kostet nach meinen Erfahrungen in Deutschland zwischen 60 und 140 Euro, auch abhängig davon ob der Stimmer nach Gehör oder mit dem Stimmgerät stimmt. Ich persönlich schätze die Stimmung nach Gehör, da nach meiner Erfahrung das Ergebnis deutlich besser ist. Lassen Sie sich eine/n erfahrenen Klavierstimmer/in von Bekannten/Freunden empfehlen. Je nach Spielvermögen und Gehör werden Sie unterschiedliche Ansprüche an die Klavierstimmung (z.B. Wohltemperierte vs. Gleichmäßige Stimmung etc.) haben. Nicht alle Klavierstimmer/innen sind in der Lage diese feinen Differenzierungen zu realisieren. Viele Klavierstimmer/innen sind auf den Seiten des Bundes Deutscher Klavierbauer aufgeführt http://www.bdk-piano.de – aber Sie finden auch zahlreiche weitere in Ihrer Gegend.

Wenn Sie ein älteres Klavier erworben haben, empfiehlt es sich eine/n Klavierstimmer/in zu wählen der sich mit älteren Instrumenten auskennt und eine gewisse Affinität zu diesen hat. Moderne Klavierhäuser sind manchmal -wenn auch selten- weniger begeistert angesichts solcher antiken Instrumente – was sich in höheren Stimmkosten oder hohen Restaurationsangeboten äußern kann. Ein Klavier sollte einmal pro Jahr gestimmt werden. Häufiger kann erforderlich sein wenn entweder das Klavier von der Substanz keine gute Stimmhaltung mehr erlaubt – oder die klimatischen Raumbedingungen ungünstig sind. Dann empfiehlt sich ggf. ein Austausch der Stimmnägel oder weitere Reparaturen. Grundsätzlich entscheidet aber Ihr Gehör – Sie (oder Ihre Nachbarn) werden hören lernen wann eine Stimmung notwendig ist.

Die Regulierung eines Klaviers in kleinerem Umfang macht ein Klavierstimmer üblicherweise gleich mit und verrechnet dies –wenn überhaupt- nach Stundenaufwand. Hierbei geht es darum z.B. Anschlag, Dämpfungsvermögen etc. so einzustellen dass Sie Freude an dem Klavier haben und das Potential des Instrumentes auch ausgenutzt wird. Eine weitergehende Überholung des Klaviers macht nur dann Sinn wenn Sie mit dem Klangerlebnis nicht mehr zufrieden sind – oder sich auch durch kleinere Regulierungsarbeiten kein zufriedenstellendes Ergebnis mehr herstellen lässt. Ein Klavier hat ca. 6000 Einzelteile und davon die meisten in der Mechanik wovon viele Verschleißteile je nach Beanspruchung und Qualität/Erhaltungsgrad nachgestellt oder ausgetauscht werden müssen. Sie werden sehen – es lohnt sich diese Regulierungs- oder Überholungsarbeiten machen zu lassen, da Anschlag und Klang und damit Freude am Spiel sehr deutlich steigen.


Was ist an Zubehör zum Klavier erforderlich?

Zur Werterhaltung sollte in jedem Fall die Luftfeuchtigkeit im Aufstellungsraum des Klaviers überwacht werden. Dazu empfehle ich ein einfaches Hygrometer. So können Sie vor allem zu starke Trockenheit (Luftfeuchte deutlich unter 45%) erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen. Übrigens schützen Sie nicht nur Ihr Klavier sondern auch Ihre Gesundheit, da zu trockende Raumluft den Atemwegen schadet. Sollten Sie im Aufstellungsraum keine ausreichende Luftfeuchtigkeit herstellen können, empfiehlt sich der Einbau zum Beispiel eines Hydroceel Befeuchterstabes. Der sorgt (bei regelmäßiger Befüllung ca. alle 4Wochen) für ausreichend Luftfeuchte im Klavier. Sowohl Hygrometer als auch das Befeuchtersystem zum wirklich sehr leichten Selbsteinbau erhalten Sie preiswert bei mir.

Am wichtigsten ist ein bequemer und funktionaler Hocker bzw. eine Sitzbank. Entscheiden Sie nicht nur nach optischen Aspekten sondern vor allem nach Sitzkomfort, Verstellbarkeit und auch danach ob man zu zweit vor dem Klavier sitzen können soll.

Aus meiner Erfahrung zahlt sich eine breitere, verstellbare Sitzbank für zwei Personen durchaus aus – nicht nur beim Klavierunterricht. In z.B. Ebay sind brauchbare Angebote dazu ab ca. 70 Euro zu finden. Alternativ bei einem Klavierhaus in Ihrer Nähe – oder auch bei mir. Metronom, Noten etc. sollten Sie mit dem/der Klavierlehrer/in absprechen.

Wenn Ihr Klavier keine Moderatoreinrichtung (Pedal oder Seilzug zum absenken eines Filzes vor die Hämmer) hat und Sie damit durch Rücksicht auf Nachbarn oder schlafende Kinder sehr eingeschränkt sind in Ihren Klavierspielzeiten sollten Sie den nachträglichen Einbau erwägen. Dies können Klavierbauer bei den allermeisten Klavieren relativ preiswert (~150-250 Euro) nachrüsten.

Die meisten Klaviere vor 1930 hatten damals sehr wichtige und heute sehr dekorative Original-Kerzenleuchter – die wenigsten haben diese jedoch noch heute da im Kriege anderweitig entwendet.

Wenn Sie solche für Ihr Klavier suchen, gehen Sie auf Antikmärkte, suchen Sie in Ebay oder fragen Sie auch gern bei mir nach. Sie sollten nicht mehr als 50-250 Euro dafür investieren müssen. Übrigens passende Kerzen für diese Leuchter sind schwer zu finden – da kann ich helfen und eine Bezugsadresse empfehlen.


Wie pflegt man ein Klavier?

Neben den o.g. Stimmungen und Regulierungen die sich mehr um die Technik des Klaviers kümmern, sollte die Oberfläche regelmäßig wie bei vergleichbaren Möbeln gepflegt werden. Je nach Oberfläche kann dies mit einem leicht feuchten Lappen oder auch mit Möbelpflegemitteln erfolgen. Bitte nie das Innenleben des Klaviers reinigen – dies sollte dem Fachmann überlassen werden.

Wenn Sie ein älteres gebrauchtes Klavier erwerben, sollten Sie eine Reinigung durch einen sachkundigen Klavierbauer oder -stimmer in Erwägung ziehen, denn nicht selten hat sich an den versteckteren Stellen unmengen jahrzehntealter Staub und Dreck abgelagert. Hier sehen Sie ein Beispiel für eine eher normale Verschmutzung unterhalb der Tastatur.

Ein Klavier sollte bei Nichtbenutzung eher geschlossen da stehen, um Staub etc. vom Innenleben fern zu halten. Gerade bei Elfenbeintasten sollten nie Eddingnotizen oder Aufkleber auf den Tasten aufgebracht werden – notfalls lieber die Notenhilfe auf dem vor oder hinter den Tasten liegenden Holzleisten mit einer rückstandsfreien Montage anbringen. Besser noch ist ganz ohne auszukommen. Wer regelmäßig und viel Klavier spielt, wird mit der Zeit feststellen, dass die Elfenbeintasten verfärbt erscheinen. Es gibt einige so genannte alte Hausmittel (Zahnpasta, Milch etc) die Tastenverfärbung zu bearbeiten. Davon rate ich ausdrücklich ab. Jedoch empfehle ich auch hier lieber den Fachmann diese Arbeiten ausführen zu lassen, denn die professionellen Mittel führen zu einem besseren und vor allen nachhaltigeren Ergebnis um eine deutliche Aufhellung von Elfenbein belegten Tasten zu erreichen. Für die regelmäßige Pflege reicht ein leicht feuchtes Tuch mit ggf. sehr wenig Spüli. Denken Sie bitte daran dass nie Flüssigkeit oder Feuchtigkeit zwischen die Tasten oder in das Klavier geraten dürfen. Bitte nie Gläser oder Vasen mit Flüssigkeiten darin auf dem Klavier abstellen – wenn diese in das Klavier laufen (und das passiert scheinbar immer), müssen Sie mit deutlichen und sehr kostenintensiven Reparaturen rechnen.


Wie die Freude am Klavier entdecken und erhalten?

Vorausgesetzt Sie haben ein Instrument gefunden, es ist gut an seinem Platz angekommen und es wurde nach der Akklimatisierung gestimmt und ggf. reguliert, kann es losgehen. Es ist wichtig sich Gedanken zu machen, was Sie eigentlich kurz-, mittel und ggf. langfristig mit dem Klavierspiel erreichen möchten. Eher selten eine Karriere als Konzertpianist/in vermutlich. Welche Musikrichtung begeistert Sie? Wie lernen Sie am besten? Stellen Sie sich auch mal die provokante Gegenfrage - was muss schief laufen, damit Sie sicher schnell wieder die Lust am Klavierspiel verlieren? So finden Sie vielleicht Ihre eigentliche Motivation und Zielsetzung mit dem Klavier. Und diese Fragestellungen sind umso bedeutender wenn Sie für Ihre Kinder diese Fragen beantworten und erste Entscheidungen treffen. Sprechen Sie mich dazu gern an - ich freue mich die Erfahrungen vieler Familien mit Ihnen zu teilen.

Wenn Sie sich für eine Musikrichtung entschieden haben und die Art wie Sie lernen wollen, lohnt es auf die Suche zu gehen nach den jeweiligen Angeboten. Es gibt in Stadt-Büchereien und auch im Internet unendlich viel auch kostenloses Lern- und Notenmaterial. So können Sie stöbern und herausfinden, was am besten zu Ihnen passt. Wenn Sie sich für eine/n Klavierlehrer/in entschieden haben, macht es Sinn der Suche große Bedeutung beizumessen. Schließlich sollte der/die Klavierlehrer/in Sie optimal auf Ihrem Weg begleiten hin zu dem Klavierspiel wie Sie es sich wünschen. Sowohl die Persönlichkeit als auch der Lehransatz ist wichtig zu vergleichen. Es gibt inzwischen wunderbare Wege, mit Freude und Abwechslung das Klavierspiel zu erlernen, so dass man auch die schon nach wenigen Klavierstunden eintretenden anstrengenden Phasen gut überwinden kann.

Als ein Beispiel wie es (nicht nur) Kindern Freude bereiten kann, mal jenseits vom Klavier Noten im Violin- und Bass-Schlüssel zu lernen sei hier dieses für mein Empfinden sehr gelungene Notenlernspiel empfohlen. Genauso finden sich im Internet sehr schöne Klavierstücke unterschiedlichster Stilrichtungen und Epochen, die man allein oder auch mit Kindern spielen kann.



Dieses sind nur einige von vielen Punkten, die vor und nach einem Klavierkauf beachtet werden sollten. Wenn Sie weitere Tipps brauchen oder einen Tipp für mich haben oder einfach eine Frage haben, melden Sie sich gern hier.

 
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