Neuklavier Gebrauchtklavier Gebrauchter Flügel

Klavier oder Flügel, akustisches Piano, Digitalpiano, USB/Midi Keyboard am PC? Gebraucht oder Neu? Welche Marke, welcher Hersteller? Kaufen, finanzieren oder mieten? Welches Klangbild, lyrisch oder brilliant? Welche Preislage - und wie hängt Preislage mit Qualität zusammen? Welche Qualität verbirgt sich hinter den vielen auch Deutsch klingenden Markennamen? Es stellen sich viele Fragen zu denen wir Ihnen hier gern einige Informationen anbieten.

Idealerweise erkunden Sie zunächst wofür Sie ein Klavier möchten. Das klingt ungewöhnlich, jedoch lohnt sich die Beantwortung dieser wichtigen Fragen, um eine gute Entscheidung zu treffen:

Wer möchte hauptsächlich Klavier spielen - und wie?

Wird das Instrument für den Klavierunterricht eingesetzt?

Was ist Ihnen wie wichtig beim Instrument?
Qualität? Klang? Spielgefühl? Wertigkeit und Werthaltigkeit? Vorgeschichte? Größe? Zustand? Marke? Kaufpreis? Folgekosten? Mobilität? ...

Welches Klangbild gefällt Ihnen am besten?

Welches Budget können Sie investieren?

Welche Folgekosten wollen Sie akzeptieren?

Wo wird das Klavier stehen? Stehen häufiger Umzüge an?

Sehr zu empfehlen ist, sich viele verschiedene Instrumente anzuschauen und diese auszuprobieren. Lassen Sie sich von verschiedenen Sachkundigen Instrumente zeigen, erklären und vorspielen - denn dabei wird Ihnen sicher klarer, wie groß die Unterschiede sind und worauf es Ihnen eigentlich ankommt. Diese ist sehr unterschiedlich bei Klavieren unterschiedlicher Marke, Bauart und Alter - aber auch bei Instrumenten der gleichen Marke bzw. sogar des gleichen Modells. Denn der Zustand des Instrumentes als auch die Qualität der Intonation und Regulation sind sehr entscheidend für das Klangbild und das Spielverhalten.

Klaviermarkt

Jährlich werden weltweit ca. 500.000 akustische Klaviere und Flügel (allein ca. 20% vom Weltmarktführer Yamaha) neu hergestellt. Geschätzt werden von den jährlich gebauten Instrumenten pro Jahr ca. >90% in China und anderen Asiatischen Ländern gefertigt. In Deutschland werden jährlich lt. Herstellerangaben ca 10.000 Klaviere & Flügel neu gefertigt - wovon allerdings deutlich über ~50% ins Ausland gehen. Auch wenn die Hersteller natürlich seit je her nur am Absatz neuer Klaviere & Flügel interessiert sind (siehe ZIB-Annonce aus 1935) - über die vielen Jahre gibt es in Europa viele Millionen Klaviere und Flügel, die einen wachsenden Gebrauchtmarkt fördern. Das sind sowohl die sehr zahlreichen Deutschen und Europäischen Fabrikate als auch inzwischen unzählige Instrumente aus Osteuropäischer, Asiatischer oder auch Amerikanischer Massenproduktion, die unter den verschiedensten Markennamen auftauchen.

 

Klangbild eines Klaviers oder Flügels

Das Spektrum der Klangbilder ist sehr unterschiedlich. Eine ordentliche Bauqualität vorausgesetzt, ist die Unterscheidung der Klangbilder nicht unbedingt eine Frage von gut/schlecht, sondern von Klangphilosophie und Herstellerpräferenz. Bis in die 1940iger Jahre war das Klangbild der Instrumente eher reicher und charakteristischer für die unterschiedlichen Hersteller. Mit der modernen Massenfertigung vor allem in Asien ist dieser charakteristische Klang leider fast verschwunden. Insgesamt sind die modernen Instrumente eher klanglich präziser geworden - und durch die immer höhere Stimmung präsenter. Das manchmal fast „hart/metallisch“ wahrzunehmende Klangbild der Asiatischen Instrumente hat auch durch den Marktführer Yamaha sowie Kawai und Andere eine breite Akzeptanz gefunden. Ein gut intoniertes Instrument auch dieser Hersteller kann jedoch einen sehr schönen Klang haben – und es gibt sehr hochwertige Instrumente auch aus diesen Fabrikationen.

Mit Blick auf die älteren Instrumente bis ca. 1940 würden wir für unsere Ohren subjektiv versuchen einzuordnen: Das Klangbild reicht von eher weichen, singenden und obertonreichen Klangbildern wie zum Beispiel bei Blüthner, Kaim, Seiler und Schiedmayer & Söhne Instrumenten über die eher klaren und ausgeglichenen Klangbilder wie zum Beispiel bei Bösendorfer, Schimmel, Förster, Ibach Instrumenten zu den kräftigen, prägnanten und transparenten Klangbildern, die wir oft oft bei Bechstein, Grotrian-Steinweg, Steinway&Sons, Yamaha Instrumenten erleben. Hierbei ist erneut darauf hinzuweisen, dass dies jeweils sehr vom betreffenden Instrument und dessen Zustand und Intonation abhängt. Welches Klangbild Sie als angenehm empfinden ist sehr subjektiv und lohnt sich herauszufinden. Zudem ist die Art der gespielten Musik ein Kriterium für die Auswahl von Klangbild, Dynamik und Spielart eines Instrumentes.

Klaviermusik Komponisten und Interpreten

Ein kleiner Exkurs zu Komponisten, Pianisten und deren Instrumenten. Oft wird vergessen, dass viele der großen Komponisten auf den sehr frühen Klavieren und Flügeln ihre großen Werke komponiert und gespielt haben. Das folgende Schaubild gibt einen groben Überblick wann welche Hersteller ihre Zeit hatten und damit ihre Instrumente zum Einsatz kamen. Bach, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin haben nie einen Steinway, Blüthner oder Bechstein Instrument kennen gelernt. Auch Schumann kann Blüthner oder Bechstein Instrumente nur in seinen letzten drei Jahren kennen gelernt haben. Und dies wird in Filmen oft anders dargestellt. Es ist also bestimmt für viele interessant die Musik dieser Komponisten auf den Instrumenten zu hören, die damals verfügbar waren und von den Komponisten verwendet wurden. Es gibt Pianisten, die sich darauf spezialisiert - und interessante Aufnahmen veröffentlicht haben.

Klavierhersteller und Klaviermusik Komponisten

Klavierspieler und deren Hauptinstrumente

Komponisten und Pianisten wurden und werden natürlich immer sehr von den verschiedenen Klavierherstellern umworben, um eine Präferenz für die Instrumente auch werblich zu nutzen. Steinway & Sons hat dies schon vor 1900 mit seinem Pianisten und Konzertservice Programm sehr erfolgreich professionalisiert. Tatsächlich waren die Bekundungen der Pianisten und Komponisten für bestimmte Fabrikate oft auch dadurch motiviert, dass die Hersteller kostenlos Instrumente für Konzerttourneen zur Verfügung gestellt haben oder entsprechende Verträge formuliert waren. Die Unterschriften von so manchem Komponisten/Pianisten stehen unter vom Hersteller formulierten Texten. Trotzdem gab es durchaus auch eine tatsächliche Begeisterung und Präferenz für bestimmte Hersteller – oder genauer noch, für bestimmte Instrumente eines Herstellers. Legendär ist die Geschichte von Glen Gould und seinem Steinway Flügel mit der Nummer CD318. Ebenso hat Vladimir Horowitz bekanntlich seinen eigenen Steinway Flügel auf alle Reisen mitgenommen.